Hässlich und scheisse. (Beleidigungen – Wer, wo, was, wie, und warum eigentlich?)

Juni 9, 2011

Man beleidigt sich. Das ist einfach so.

Man artikuliert etwas, was man nicht selbst hören wollen würde, oder wovon man weiss, dass der Gegenüber es nicht hören will.

Wo hört destruktive Kritik auf, wo fängt tatsächliche Beleidigung an?

Und wieso haben sich momentan bei der jüngeren Generation beliebte Beschimpfungen so entwickelt, wie sie sich entwickelt haben? Wieso gehen wir automatisch davon aus, dass die Mutter unseres Gegenübers eine Prostituierte ist? Einfach so? Wieso nicht?

Wieso denken wir, dass es eine der schlimmsten Beleidigungen ist, ein für das gegensätzliche Geschlecht nicht ansprechendes Äußeres zu haben?
Wahrscheinlich ist es einfacher, jemanden als hässlich zu bezeichnen, weil Schönheit wirklich im Auge des Betrachters liegt. Wenn ich jemanden als Verlogen bezeichne, will mein Gegenüber wissen, was er getan hat, um mein Vertrauen zu verlieren. Wenn es ein schlauer Gegenüber ist. Und dann muss ich nachdenken.

Da ist es doch wirklich einfacher, jemanden Hurensohn zu nennen. Da weiss jeder, dass man die Mütter nicht kennt, und es nicht ernst gemeint ist. Nicht vollkommen zumindest.

Beleidigen ist sowieso nicht einfach. Immer ist irgendeine Bezeichnung diskriminierend. Im Deutschen haben wir Sexismus, Diskriminierung von Menschen alternativer sexueller Orientierung, all sowas. Im Englischen haben wir sowas auch, und noch jede Menge Genitalien. Auch nicht viel besser, und irgendwie auch sexistisch, wenn ein Geschlechtsteil auf einmal etwas schlechtes, zu vermeidenes ist.

Hauptsache ist ja, dass Menschen sich gegenseitig immer irgendwie verletzen wollen, aus Verzweiflung wollen, dass andere die eigenen Gefühle fühlen. Oder man beleidigt sich einfach unter Freunden, ist viel unkomplizierter und macht auch irgendwie Spaß.

Viel Spass noch, Kinder, und macht keine Dummheiten.


Die Schulreform in Hamburg – eine komödiantische Tragödie

Juli 24, 2010

In Hamburg steht eine Schulreform an. Hat ja sicher jeder gehört. Wenn nicht, dann googlen.

Ich, als Schülerin der schönsten Stadt der Welt, bin ja quasi verpflichtet, meinen Senf dazu zu geben. Also los geht’s.

Ich bin gegen die Primarschule. Das hat verschiedene Gründe. Unter anderem hat sie zu viele negative Aspekte. Die ich nun erklären werde.

1. Es gibt kein Geld. Für den Bau von den neuen Räumen wird so viel Geld benötigt, dass einem schwindelig wird. Den Hartz-4-Empfängern wird das Elterngeld gekürzt, aber gleichzeitig behauptet man, man will was gutes für die Kinder tun? Blöde Bonzenkinder.

2. Das Prinzip des ganzen an sich. Dass sich Politiker dafür oder dagegen einsetzen. Wenn ich etwas hasse, dann sind es Leute, die über Dinge diskutieren, von denen sie keine Ahnung haben. Wenn Reiche über Arme, Männer über Frauen, Politiker über Schüler urteilen. Natürlich kann man die ganzen kleinen Kinder nicht wählen lassen, aber sie sollten sich eine Meinung bilden können, ohne dass der Bürgermeister „Das ist aber gut für euch!“ reinruft.

3. Die blöde Werbung. Tut mir Leid, aber der Punkt muss mal genannt werden. Welche Leute lassen sich von Plakaten mit dem Aufdruck „Für eine Prima(r)schule!“ überzeugen?

Es gibt noch ne Menge andere Sachen, die mich daran stören, aber ich wollte das nur mal kurz loswerden. So als Beteiligte und so.


Polizisten, des Staats Männer für’s Grobe

Mai 29, 2010

Ah, der erste Artikel nach meiner Ich-hab-so-viel-Schule-und-eigentlich-eh-keine-Lust-zum-Schreiben– / Winterpause. Wie erfrischend.

Aber nun mal zügig zum eigentlichen Geschäft.

Sicher haben die meisten schon mitbekommen, dass nun härtere Strafen anstehen für Menschen, die tätliche Angriffe auf Polizisten verüben. (Wer’s nicht mitbekommen hat, hier lesen.)

Also, da kommt bei mir erstmal eine Frage auf: Was, wenn jemand einen Polizisten angreift, ohne zu wissen, dass jener einer ist? Schließlich dachte dieser jemand dann, dass er einen Zivilisten angriff, und so würde man nicht in die Sparte „gewaltbereiter, respektloser Vollzeitdemonstrant“ passen, auf die die neuen Strafen abgezielt sind.

An dieser Stelle möchte ich auch einen meiner älteren Artikel erwähnen, der sich „Demonstrieren? Verboten!“ nennt.

Kurze Zusammenfassung: Ich war, damals noch zarte 12 Jahre jung, auf einer gewaltfreien Demonstration. Bitte richtet eure ungeteilte Aufmerksamkeit auf das Wort gewaltfrei. Denn so waren die Polizisten dort auch gekleidet. Zahlreich waren sie, mit Knüppel, Dienstwaffe und kugelsicherer Weste ausgestattet. Während die Waffen, derer wir Schüler habhaft waren, lediglich aus unserem Verstand und ein paar Wasserpistolen bestanden.

Das hat mich wohl sehr geprägt; Denn nun kannte ich nicht mehr nur die Schulpolizist-ich pass auf dass dich keiner überfährt-Seite unserer beamtlichen Freunde und Helfer, sondern auch die richtiger-Polizist-jetzt bist du in dem Alter in dem du selbst mit 90 Prozent Wahrscheinlichkeit ein Täter bist-Seite.

Da ihr nun meine Einstellungen vielleicht nachvollziehen könnt, will ich euch meine Meinung nahebringen. Um nicht ‚eintrichtern‘ zu sagen.

Ich denke, was sich unserer Staat täglich an Unverschämtheiten ‚rausnimmt ist rekordverdächtig. Überwachen, prügeln, einsperren, damit die Leute bloß keine Zeit haben, sich ihre Rechte durchzulesen. Bald steht auf Hochverrat wieder die Todesstrafe und als Hochverrat gilt auch jeder Versuch, Zweifel gegen die Regierung zu sähen. Ach ja, und bald werden auch unsere Wohnungen und Häuser videoüberwacht, damit man Straftaten eher vermeiden kann. Jeder weiss ja, wie oft Leute in ihren eigenen Räumlichkeiten ermordet, ausgeraubt oder tätlich angegriffen werden.

Ach ja, so einen fürsorglichen Staat zu haben ist schon schön.


Obamania!

Januar 20, 2009

Heute wird endlich Obama zum 44. Präsident von Amerika gemacht.

Warum ich das schreibe? Nun ja, ich mag Bush nicht und außerdem freu ich mich, dass Amerika endlich mal nen afro-amerikanischen Präsidenten hat.

Und wo man schonmal dabei ist, habe ich mit Freunden (oder Freunde mit mir? – Ich war nicht sehr hilfreich. Danke Katja und Holger =3) ein Profil des nächsten Präsidenten erstellt: Eine ebenfalls afro-amerikanische, jüdische Lesbe mit Behinderung.

Das wär doch toll =] (Und ja, daran glaube ich wirklich! Ganz fest!)


Ach, liebe Paris…

Dezember 13, 2008

Paris Hilton ist ja… nicht gerade die Hellste. Bekanntlich.

Da verwirrt einen doch sehr die Aussage, dass sie *hüstel* der Beweis sei, dass Blondinen nicht dumm sind. (Merke: Ihre Haare sind blond gefärbt.)

Ach Paris, wenn wir dich nicht hätten… Keiner wüsste, wie intelligent wir Blondinen in Wahrheit sind!

Mich würde bloß interessieren, wer ihr eingeredet hat, dass sie talentiert ist. (Tut mir Leid, liebe Hilton-Fans) Ich meine, sie hat sich ihr Geld nicht selbst verdient, alles hat sie geerbt. Und singen kann sie wohl auch nicht – schließlich waren ihre Alben kein Erfolg. Und ihr Parfum – trotz der vielen Werbung – haben sogar ihre Hündchen (Wer weiss, wie viele) offensichtlich abgelehnt.

Ein weiterer Punkt, der mich an ihr stört, eben schon erwähnt: Ihre „Accessoire-Sammlung„. Sprich: Ihre Hunde. Bei jeder Gala einen anderen. Da fragt man sich doch: Wo bleiben die alle danach? Und wo kommen die alle her? Abgesehen von „Tinkerbell“ *hüstel* hat sie doch keine festgelegten Tiere bei sich, oder?

Also ne, da kann ich echt nur den Kopf schütteln.


Versuchskaninchen?

November 21, 2008

Nun hat also auch die LBBW (Landesbank Baden-Württemberg) eine „kleine“ Finanzspritze in Höhe von 5 Milliarden Euro bekommen. (FAZ)

Ist ja ganz schön, dass jetzt noch eine Bank vor der Pleite gerettet wird, und es ist auch lobenswert, dass der Staat sich darum kümmert, aber muss man das von unserem Geld machen?

Mal wieder ist das Prinzip „Wir bauen scheisse, du zahlst“ zu sehen.

Und ich kann da echt nur fragen: Merkel, warum lässt du das durchgehen?

Ich meine, nur weil ein paar Leute meinen, experimentieren zu wollen, müssen wir dafür büßen, wie in der Schulpolitik. Die Politiker beschließen, uns zu hetzen und unser Leben einfach mal umzukramen, und wir sind die Versuchskaninchen. Die wollen was ausprobieren, wir müssen leiden, und bekommen nichtmal was dafür.


Haben wir keine eigene Meinung?

November 12, 2008

Ein Kommentar zu dem Bericht (FAZ) über die Schülerdemo von heute:

Kommt darauf an, ob man schon soviel gelernt hat, um das beurteilen zu können. Auf jeden Fall dürfte bei den Schülern die Lebenserfahrung fehlen, um das in der Tat beurteilen zu können. Also plappern sie dümmlich nach, was ihnen die Demagogen unter den Erwachsenen einreden: Prüfungsstress, Leistung, Auswahlverfahren im dreigliedrigen Schulsystem usw. wollen sie nicht, weil es nicht als sozial(istisch), gleichheitskonform und auch nicht als bequem gilt.

Aha. Wir sind also zu blöd, um uns ne eigene Meinung zu bilden.

Ich bin nun in der siebten Klasse eines Gymnasiums. Zweimal in der Woche Ganztagsunterricht. Mehr Hausaufgaben als früher. Schlecht ausgebildete Lehrer. 30-Schüler-Klassen. Heruntergekommene Schulgebäude.

Ich glaube, daraus können sich viele eine eigene Meinung bilden.

Man zwingt uns, eine neue Elite zu bilden. Wir sollen die Hoffnungsträger sein. Bloß – wie, ohne Geld?

Es wird noch der Tag kommen, an dem wir auf der Straße Unterricht haben. Eines Tages.

Vielleicht, mit viel Glück, werden die Politiker eines schönen Tages merken, dass Bildung keine Ware sein DARF. Denn wer Geld hat, hat die Welt, keine Frage. Du kannst Albert Einstein Konkurrenz machen, aber wenn du keine Geld hast, musst du halt auf die Hauptschule. Tut mir ja Leid, aber die Politiker (Die ja alle Geld haben) interessiert das nicht.

(P.S. an alle die wie in dem das Zitat denken: Wenn wir zu blöd sind, sollte man uns doch fördern, nicht überfordern, oder?)