Haben wir keine eigene Meinung?

Ein Kommentar zu dem Bericht (FAZ) über die Schülerdemo von heute:

Kommt darauf an, ob man schon soviel gelernt hat, um das beurteilen zu können. Auf jeden Fall dürfte bei den Schülern die Lebenserfahrung fehlen, um das in der Tat beurteilen zu können. Also plappern sie dümmlich nach, was ihnen die Demagogen unter den Erwachsenen einreden: Prüfungsstress, Leistung, Auswahlverfahren im dreigliedrigen Schulsystem usw. wollen sie nicht, weil es nicht als sozial(istisch), gleichheitskonform und auch nicht als bequem gilt.

Aha. Wir sind also zu blöd, um uns ne eigene Meinung zu bilden.

Ich bin nun in der siebten Klasse eines Gymnasiums. Zweimal in der Woche Ganztagsunterricht. Mehr Hausaufgaben als früher. Schlecht ausgebildete Lehrer. 30-Schüler-Klassen. Heruntergekommene Schulgebäude.

Ich glaube, daraus können sich viele eine eigene Meinung bilden.

Man zwingt uns, eine neue Elite zu bilden. Wir sollen die Hoffnungsträger sein. Bloß – wie, ohne Geld?

Es wird noch der Tag kommen, an dem wir auf der Straße Unterricht haben. Eines Tages.

Vielleicht, mit viel Glück, werden die Politiker eines schönen Tages merken, dass Bildung keine Ware sein DARF. Denn wer Geld hat, hat die Welt, keine Frage. Du kannst Albert Einstein Konkurrenz machen, aber wenn du keine Geld hast, musst du halt auf die Hauptschule. Tut mir ja Leid, aber die Politiker (Die ja alle Geld haben) interessiert das nicht.

(P.S. an alle die wie in dem das Zitat denken: Wenn wir zu blöd sind, sollte man uns doch fördern, nicht überfordern, oder?)

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One Response to Haben wir keine eigene Meinung?

  1. Rike sagt:

    In dem Artikel den du verlinkst steht weiterhin auch folgendes:

    „Unterdessen hat die Schüler Union Deutschlands den Schulstreik als realitätsfern bezeichnet. Es sei nicht nachzuvollziehen, wie zentrale Abiturprüfungen abgelehnt werden könnten, wenn es dem internationalen Vergleich standzuhalten gelte. Die Schüler Union forderte ihre Mitschüler auf, sich an den Streiks nicht zu beteiligen.“

    Ich bin absolut für zentrale Abiturprüfungen – sobald die Lernbedingungen ebenso standardisiert sind. Und solange daran gearbeitet wird kann man dann auch erstmal die Schule auch wieder verlängern. Oder die Lerninhalte der veränderten Schuldauer anpassen und nicht einfach nur versuchen 13 Jahre in 12 Jahre hineinzupressen.

    Oh, und das Essen der ganzen armen Ganztagsschüler – ich bin mir sicher, in Gefängnisküchen wir appetitlicher gekocht und es ist bestimmt meistens genug für alle da.

    Muss nun auf zum Studi-Mobil,
    Rike

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