Polizisten, des Staats Männer für’s Grobe

Ah, der erste Artikel nach meiner Ich-hab-so-viel-Schule-und-eigentlich-eh-keine-Lust-zum-Schreiben– / Winterpause. Wie erfrischend.

Aber nun mal zügig zum eigentlichen Geschäft.

Sicher haben die meisten schon mitbekommen, dass nun härtere Strafen anstehen für Menschen, die tätliche Angriffe auf Polizisten verüben. (Wer’s nicht mitbekommen hat, hier lesen.)

Also, da kommt bei mir erstmal eine Frage auf: Was, wenn jemand einen Polizisten angreift, ohne zu wissen, dass jener einer ist? Schließlich dachte dieser jemand dann, dass er einen Zivilisten angriff, und so würde man nicht in die Sparte „gewaltbereiter, respektloser Vollzeitdemonstrant“ passen, auf die die neuen Strafen abgezielt sind.

An dieser Stelle möchte ich auch einen meiner älteren Artikel erwähnen, der sich „Demonstrieren? Verboten!“ nennt.

Kurze Zusammenfassung: Ich war, damals noch zarte 12 Jahre jung, auf einer gewaltfreien Demonstration. Bitte richtet eure ungeteilte Aufmerksamkeit auf das Wort gewaltfrei. Denn so waren die Polizisten dort auch gekleidet. Zahlreich waren sie, mit Knüppel, Dienstwaffe und kugelsicherer Weste ausgestattet. Während die Waffen, derer wir Schüler habhaft waren, lediglich aus unserem Verstand und ein paar Wasserpistolen bestanden.

Das hat mich wohl sehr geprägt; Denn nun kannte ich nicht mehr nur die Schulpolizist-ich pass auf dass dich keiner überfährt-Seite unserer beamtlichen Freunde und Helfer, sondern auch die richtiger-Polizist-jetzt bist du in dem Alter in dem du selbst mit 90 Prozent Wahrscheinlichkeit ein Täter bist-Seite.

Da ihr nun meine Einstellungen vielleicht nachvollziehen könnt, will ich euch meine Meinung nahebringen. Um nicht ‚eintrichtern‘ zu sagen.

Ich denke, was sich unserer Staat täglich an Unverschämtheiten ‚rausnimmt ist rekordverdächtig. Überwachen, prügeln, einsperren, damit die Leute bloß keine Zeit haben, sich ihre Rechte durchzulesen. Bald steht auf Hochverrat wieder die Todesstrafe und als Hochverrat gilt auch jeder Versuch, Zweifel gegen die Regierung zu sähen. Ach ja, und bald werden auch unsere Wohnungen und Häuser videoüberwacht, damit man Straftaten eher vermeiden kann. Jeder weiss ja, wie oft Leute in ihren eigenen Räumlichkeiten ermordet, ausgeraubt oder tätlich angegriffen werden.

Ach ja, so einen fürsorglichen Staat zu haben ist schon schön.

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8 Responses to Polizisten, des Staats Männer für’s Grobe

  1. reizzentrum sagt:

    Ich finde es erschreckend dass Du als Jugendliche schon solche Gedanken mit dir herumtragen musst. Gratulation an unsere Regierenden, deren Atmosphäre der Angst Wirkung zeigt. Respekt für dich, dass Du so klar die Probleme siehst und benennen kannst.

  2. es macht mir muht, dass es jugendliche mit solchen gedanken gibt. schade das die meisten wohl aber doch eher den „ich kauf mir was, huldige meinem idol und läster über die turnschuhe des anderen“- kult huldigen!

    du hast recht mit der meinung, dass die grenzen einfach so löchrig sind, dass sich die herren da oben bald an nichts mehr halten brauchen. wir sind ja auch nur diejenigen, die für den ganzen mist zahlen dürfen, wen interessiert da schon was wir denken oder uns wünschen!

    • nankablitza sagt:

      Die Herren der Obrigkeit werden von ‚uns‘ (also von uns Konsumenten und Steuerzahlern, obwohl ich das noch nicht bin) aber auch zu so etwas verführt. Denn schließlich interessiert es niemanden, ob ihm Unrecht getan wird, solange ein McDonalds in der Nähe ist.
      Diese „Der Staat wird schon wissen was er tut“-Haltung wird der westlichen Gesellschaft noch Kopf und Kragen kosten.

  3. das prinzip „brot und spiele“ ist eindeutig perfektioniert worden! ob es uns aber wie dem alten rom gehen wird bleibt ab zu warten. wenn man es aber genau überlegt ist wohl doch nicht die frage ob, sondern wohl eher wann. wetten werden noch angenommen!

  4. Grmpfh sagt:

    Also ich finde es auch nicht schön, wenn Kinder sowas mit erleben, oder eine art Angst gegen Polizisten entwickeln. Habe auch keine gute Meinung von den Herren da oben, aber die Polizei ist legendlich der ausführende Arm, wenn sie so bei Demos. auftreten, dann deswegen, weil sie es müssen und aus Eigenschutz.
    Diese polizisten verletzen sich nicht sehr oft, wenn dann durch Wurfgeschosse. Es geht aber nicht nur um diese Polizisten, sondern hauptsächlich die, die auf Streife sind. Die müssen besonders geschützt werden, da sie meisten nur zu zweit sind, keine Schutzkleidung ausser Schutzweste tragen. Und wenn härtere Gesetze zugreifen, dann soll es Täter abschrecken, obs was bringt kann man erst im laufe der Zeit sagen.
    Das es dabei einen faden Beigeschmack hat ist logisch, nur wie viele übergriffe git es durch Polizisten und wieviele auf Polizisten?
    Die Zahl der Polizeibeamten die durch einen Angriff länger als eine Woche ausfallen ist in den letzten Jahren um 60% gestiegen. Ich halte nix von Bullenknüppler, aber die mehrheit dieser Polizisten sind keine Knüppler.

  5. […] – nicht trauen.Ich muss dabei wieder an das Blog eines jungen Mädchens denken, welches schreibt:Das hat mich wohl sehr geprägt; Denn nun kannte ich nicht mehr nur die Schulpolizist-ich pass auf […]

  6. Phil sagt:

    Bereits beim 4. Absatz vergeht mir die Lust, diesem Text weiter Beachtung zu schenken… „…dachte dieser jemand dann, dass er einen Zivilisten angriff…“ Ist dies nun nicht verwerflich? Seit wann macht es von der Verwerflichkeit einen Unterschied, ob der Angriff auf einen Zivilisten oder einen Polizeibeamten abzielte? Mal abgesehen davon, sind wir im Fall eines Angriffes, nicht mehr im Rahmen des Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte, sondern bei mindestens versuchter Körperverletzung. Und diese ist nicht nur gegenüber Polizeibeamten strafbar.

    mfg

    • nankablitza sagt:

      Anscheinend hast du meinen Artikel nicht aufmerksam genug gelesen, denn dann hättest du gemerkt, worauf ich hinauswollte; dass es nicht sein kann, dass man unterschiedliche Strafen bekommt, wenn man verschiedenen Leuten das gleiche antut.

      Die Regierung rechtfertigt diesen Beschluss damit, dass Demonstranten grundsätzlich auf Gewalt aus sind. Sind’se aber nicht, bin selbst eine.
      Und als vierzehnjähriges Mädchen will ich wirklich nur meine Meinung kundtun.

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